Geschichte :

Folgender Auszug einer Rede soll einen Einblick geben, welche besondere und spannende Geschichte Rjukan und Tinn haben. Die Rede wurde von dem damaligen Bürgermeister Olav Ulleren während eines offiziellen Besuchs des Königpaares 1996 in Rjukan gehalten. Sie wird wiedergegeben mit der Erlaubnis Ullerens.

Als König Haakon der 7. im August 1909 Tinn besuchte, um die Rjukanbahn zu eröffnen, traf er auf eine Gesellschaft die auf dem Weg zu einer Umstellung war, die ihresgleichen in der modernen Zeit sucht.

Die Eröffnung eines modernen Transportsystems vom Hardangervidda zur Küste, machte es möglich, dass das abenteuerliche Industrieunternehmen in Vestfjorddalen um die Welt mit eimem Produkt versorgen konnte, für das es einem grossen Bedarf gab.

Das beinhaltete auch, dass Tinn und Rjukan nicht länger nur ein exotisches Reiseziel für naturliebende Touristen und Kunstmaler waren, auch nicht nur eine Gesellschaft, die sich zusätzlich zu Jagd und Landwirtschaft von Waren der weitbekannten Tinnschmiede ernährte.

Rjukan wurde mit Hilfe der Elemente Luft und Wasser und mit Mut, sowie menschlicher Weitsicht, eine der Mittelpunkte im Wachstum des neuen Industrie – und Wohlfahrsstaates. Danach ist die Geschichte erfüllt von Dynamik, Dramatik und wichtigen einzelnen Ereignissen.

Das ist die Geschichte von einer Gesellschaft in grosser ökonomischer und sozialer Entwicklung, über Zusammenhalt und Stärke, über Helden an den Skihängen und im Kampf gegen die Okkupationsmacht. Aber das ist auch die Geschichte von Konflikten, quer durch kulturelle und soziale Unterschiede, über Stagnation und Abwanderung und über eine Bevölkerung die sich von Zeit zu Zeit von der übrigen Gesellschaft in Stich gelassen fühlte.

Wenn das Königpaar an diesem Augusttag – 87 Jahre nach der Öffnung der Rjukanbahn seine Reise zu der nördlichsten Kommune in Telemark und der Stadt unterhalb des Gaustatoppen macht, trifft es auf eine Gesellschaft die gelernt hat, Umstellungen als eine Herausforderung anzunehmen und für die feststeht, dass Fortschritt und Wohlergehen vor allem abhängig sind von eigenem Einsatz und lokaler Zusammenarbeit.

Natur und Geschichte haben uns gelehrt, Schwierigkeiten zu überwinden. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass unsere Kommune für den Wert, den unsere Naturressourcen und unsere Geschichte für die Entwicklungs der Gesellchaft darstellen, in angemessenem Rahmen zu entschädigen ist, damit auch wir hier in der Heimat wohnen bleiben können, um unsere gemeinsame Entwicklung anzupacken.

Wir wollen zeigen, dass wir mit unserer Kultur und Geschichte und mit unserer Natur die Zukunft meistern können. Wir sind sicher, dass Industrie und Handwerkstradition neue und zukunftsweisende Betriebe schaffen werden und wir sehen darauf, dass die Natur - auch mit einem trokengelegten Rjukanwasserfall – beides schafft : Lebensqualität und Einnahmen durch Wasserkraft und Touristik.

Und nicht zuletzt hoffen wir, dass unsere Landwirtschaft durch eine Kombination von Tradition und Forschritt erfolgreich bleibt.